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Der Tulpen-Crash

Die erste geplatzte Spekulationsblase der Geschichte: Tulpen stürzen Tausende ins Unglück. Ihre Zwiebeln wurden in Gold aufgewogen, die Preise stiegen ins Astronomische. Doch dann kam der tiefe Fall. Was waren die Ursachen dieses Tulpen-Crashs?
Video / 52 Min. Dauer
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Was in den Jahren vor 1637 in Holland passierte, stellt vieles in den Schatten, was an Spekulationswut in der Geschichte der Menschheit geschah: Weite Teile der Bevölkerung spekulierten nicht nur mit Tulpenzwiebeln, sondern auf auf erwartete Preissteigerungen, Tulpen-Anteilsscheine und Kaufoptionen auf Tulpenzwiebeln. Menschen verkauften ihr gesamtes Hab und Gut für ein paar Tulpenzwiebeln, oder für Finanzprodukte auf mögliche Züchtungen von Tulpen, die gar nicht existierten. Die Preise und Kurswerte der farbenprächtigen Blume stiegen ins Unermessliche. 3 Stück Tulpenzwiebel wurden um den Kaufpreis einer Nobelvilla gehandelt. Dabei erfanden die dem Tulpenwahn verfallenen Holländer zu jener Zeit die modernen Methoden der Spekulation, wie Optionsscheine und den Terminhandel.

Herzstück dieser spannenden Terra Mater-Doku sind aufwändige Nachinszenierungen der Ereignisse währen der Tulpen Blase in Holland um 1637. Die Szenen werden im Stil der Bilder der großen holländischen Meister jener Zeit wie Vermeer, Rembrandt und Frans Hals gedreht. Einige der damaligen Malerstars waren sogar selbst unter den Betroffenen der Tulpenspekulation.

Ursprünglich stammt die Tulpe aus Zentralasien. In den kalten Steppen und Gebirgsregionen Kasachstans existieren diese Wildtulpen auch heute noch. Von Zentralasien gelangte die Tulpe in die Türkei, wo sie als Vorbote des Frühlings besonders verehrt wurde. Im Jahr 1554 wurde der Diplomat Ogier Ghislain de Busbecq von Kaiser Ferdinand I nach Konstantinopel zum osmanische Sultan Süleyman I geschickt. Von dort brachte er die ersten Tulpenzwiebeln nach Europa.

Der Kulturhistoriker Mike Dash kennt die Gründe, warum die Tulpe gerade in Holland so populär wurde. Das Land war reich durch den Überseehandel. Ihren Reichtum zeigten die Holländer in ihren Gärten. Und der Star der Gärten war die Tulpe. Der Handel mit den raren Prestigeobjekten fand aber nicht an der Börse statt, sondern fast ausschließlich in Wirtshaushinterstuben statt. Die Wirtshäuser trugen Namen wie „Zum Teufel in Ketten“ oder „Zum Beelzebub“.

Der Wirtschaftswissenschaftler Peter M. Garber, Analyst an der Wall Street beschäftigt sich seit Jahren mit dem Phänomen der Tulpenblase. Er erklärt es mit Gier und Neid als Antrieb und dem so genannten "Herding": Wenn mein Nachbar so einfach reich werden kann, dann will ich das auch. So entstehen Spekulationsblasen.

Mit Tulpen konnte einfach gehandelt werden, da ihre Zwiebeln leicht transportierbar waren und keine ständige Pflege brauchten, doch hat die Tulpe wie jede Pflanze auch einen Nachteil: Irgendwann muss sie in die Erde. Möchte man, dass sie im nächsten Frühjahr blüht, muss man sie im Herbst in die Erde setzen. Die Zwiebeln waren also nicht mehr am Markt sondern in der Erde. Die Tulpenzwiebeln waren nur maximal 4 Monate aus der Erde und damit eine Handelsware. Wie handelt man mit einem Produkt, das physisch nicht vorhanden ist? Es musste eine andere, neue Form des Handels gefunden werden.

Man begann mit Optionen auf Tulpenzwiebel zu handeln, die noch gar nicht existierten. Bald wurden nur noch die Optionsscheine gehandelt, unabhängig von den Tulpen. Die Preise stiegen dessen ungeachtet. Dabei brachten die Gärtner immer neue, wunderbare Variationen der Tulpe heraus. Die zu Beginn noch etwas kuriosen Züchtungsmethoden wurden ständig verfeinert. Versuchte man zuerst noch, das Rot der Blütenblätter dadurch zu kräftigen, indem man die Zwiebel mit Rotwein übergoss, fanden die findigen holländischen Züchter bald weit wirksamere Methoden.

Bei manchen der wundersamsten Züchtungen war jedoch ein Virus im Spiel von dem die Holländer damals noch nichts wussten: Das Mosaikvirus. Durch diese Krankheit entstanden die begehrtesten und schönsten Variationen der Tulpen wie die „Semper Augustus“ - die teuerste Tulpe und wahrscheinlich teuerste Pflanze der Geschichte: Bei einer Versteigerung erzielte sie einen phänomenalen Preis im Wert eines Hauses in bester Amsterdamer Wohngegend.

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