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Amur - Asiens Amazonas: Die heiligen Quellen (3/3)

Der Amur zählt zu den längsten Flüssen der Erde – und ist doch kaum bekannt. Diese dreiteilige Terra Mater Serie will das ändern. Teil 3: Die heiligen Quellen.
Video / 50 Min. Dauer
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Der bedeutendste von unzähligen Zusammenflüssen des riesigen Amur-Systems ist jener der beiden Quellflüsse des Amur - da, wo der große Strom flussabwärts die Grenze zwischen Russland und China zu bilden beginnt.  Welcher dieser beiden westlichsten Zuflüsse der eigentliche Quellfluss ist, darüber lässt sich streiten. Der nördliche und der südliche Zweig des oberen Amur fließen für hunderte Kilometer vor ihrer Vereinigung durch nordische Wälder. Sie wirken wie ein Paar identischer Zwillinge, doch die weitere Reise flussaufwärts zeigt: Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein.

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Der südliche, längere Quellfluss kommt aus der Mongolischen Steppe, aus dem größten wilden Grasland der Erde, das an die größte Wüste Eurasiens grenzt - eine kalte Serengeti, bevölkert von wilden Herden mongolischer Gazellen und von Vieh züchtenden Nomaden. Wie aus einem solchen Land ein großer Fluss fließen kann, woher sein Wasser kommt, ist zunächst ein Rätsel. Sein Lauf ist eine einzige, lang gezogene Oase inmitten eines schier grenzenlosen, trockenen und windgefegten baumlosen Plateaus. Entlang diesem schmalen, üppig grünen Streifen konzentriert sich das Leben - hier brüten Jungfernkraniche und viele andere Vögel, hier rasten Zugvogelschwärme auf dem Weg von Indien nach Sibirien; Steppenadler jagen Murmeltiere und Ziesel, und Nomaden schlagen ihr Jurten nah am Wasser auf, um täglich ihre Herden zu tränken - Rinder, Pferde, Schafe und Kamele.

Doch niemand lebt hier permanent. Denn alle dreißig Jahre fehlt dem südlichen Fluss-System zunehmend das Wasser. Wenn die letzten Ausläufer des pazifischen Monsuns ausbleiben, breitet sich die Wüste aus, und für einige Jahre versiegt der Fluss in der Steppe und mit ihm Tausende Seen.  Dann flüchten die Nomaden - Menschen wie Wildtiere - nach Norden.

Der nördliche Quellfluss des Amur führt immer Wasser. An seinen Ufern haben sich vor dreihundert Jahren die ersten russischen Pioniere niedergelassen. Von hier aus haben sie, den Amur abwärts, den Fernen Osten Russlands erobert. In der Waldsteppe entlang des kürzeren Quellflusses bietet eine reiche Natur bis heute den isolierten Siedlern alles, was sie zum Überleben brauchen - Fisch, Wildfrüchte, Wildtiere, Acker- und Weideland. Die Dürrejahre im Süden sind die fettesten Jahre im Norden.

Wo aber liegt der Beginn des Amur - die von der Mündung am weitesten entfernte Quelle dieses riesigen Flussnetzwerks? Trotz des unterschiedlichen Verlaufs der beiden Quellflüsse haben sie einen gemeinsamen Ursprung: den heiligen Berg der Mongolen. Hier wurde der immer noch als Gott verehrte Dschingis Khan geboren, und hier liegt er begraben. Vor seinem Tod vor achthundert Jahren verfügte Dschings Khan, dass die Natur rund um seinen Berg für alle Zeiten unantastbar sei. Bis heute ist der Burchan Chardun verbotenes Gebiet und somit wohl das älteste Naturschutzgebiet der Erde.

Dieser Berg zieht die Wolken an, holt Schnee und Regen vom Himmel, speichert das Wasser und lässt unzählige Quellen fließen. Der Berg selbst ist der Ursprung des Amur.

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