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Ein Wunder namens Zwergseidenäffchen

Der kleinste Affe der Welt ist ein possierlicher Exote. Zu ihrem Verhängnis, denn Zwergseidenäffchen sind beliebte Haustiere und werden um bis zu 4.000 Dollar pro Exemplar gehandelt.
Text: Redaktion / 2 Min. Lesezeit
Zwergseidenäffchen, Affe, Tierwissen, ein Wunder namens, Terra Mater Foto: Getty Images
Der Schwanz des Zwergseidenäffchens ist länger als sein Körper.
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Tief im Amazonasbecken, wo der tropische Regenwald besonders undurchdringlich ist, lebt er: der kleinste Affe der Welt. Durch dieses Dickicht kämpfte sich in den 1820er-Jahren der bayerische Naturforscher Johann Baptist von Spix, der das Zwergseidenäffchen dort entdeckte und nach seiner Rückkehr 1823 zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieb.

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Zwergseidenäffchen leben in Gruppen von zwei bis neun Tieren zusammen – meistens in den unteren Etagen von Baumkronen, wo sie die Baumrinde anbei.en und sich am austretenden Pflanzensaft gütlich tun. Speziell ist ihre soziale Struktur: In jeder Gruppe gibt es ein dominantes Pärchen, das sich als einziges fortpflanzen darf. Junge Äffchen sind nach der Geburt fast so hilflos wie Menschenbabys und müssen ständig getragen und etwa alle zwei Stunden gesäugt werden. Bis auf das Säugen übernehmen alle Gruppenmitglieder gemeinsam die Aufzucht, auch die Männchen. Der „Spracherwerb“ läuft ähnlich wie beim Menschen: Jungtiere brabbeln anfangs vor sich hin; nach und nach erlernen sie die komplexen Rufe, mit denen die Gruppe kommuniziert.

Weil sein Lebensraum im naturbelassensten Teil des Amazonasbeckens liegt, gilt das Zwergseidenäffchen als nicht gefährdet – auch wenn die Populationen in den letzten Jahren geschrumpft sind. Der Grund: Die possierlichen Exoten sind beliebte Haustiere und werden um bis zu 4.000 Dollar pro Exemplar gehandelt. Die geschützte Lage ihrer Heimat macht es für Biologen nicht einfach, die scheuen Äffchen in freier Wildbahn zu erforschen. Erst Anfang 2018 haben genetische Analysen gezeigt, dass es zwei verschiedene Arten der Tierchen gibt: Die eine lebt nördlich des Amazonas, die andere südlich davon. Ihre evolutionären Wege trennten sich vor zwei bis drei Millionen Jahren.

Besondere Merkmale des Zwerseidenäffchens

  • Süßer Zahn: Im Unterkiefer hat des Zwergseidenäffchen spezielle Zähne, um Löcher in die Rinde von Bäumen zu nagen. Denn: Es ernährt sich zu etwa 80 Prozent von Pflanzensaft. Den Rest des Menüs machen Insekten, Kleintiere und Früchte aus.

  • Fliegengewicht: Mit einer Körperlänge von 15 Zentimetern und einem Gewicht von knapp über 100 Gramm ist das Zwergseidenäffchen der kleinste aller Affen. Die Weibchen sind etwas schwerer als die Männchen.

  • Kletterkünstler: Zwergseidenäffchen gehören zu den Krallenaffen und haben wie alle Vertreter dieser Familie Krallen statt Nägel. Mit ihrer Hilfe klettern sie flink an senkrechten Baumstämmen hinauf und hinab.

  • Höhenruder: Der schwarz-grau geringelte Schwanz des Zwergseidenäffchens ist deutlich länger als sein Körper. Mit ihm navigiert es in der Luft, wenn es bis zu fünf Meter weit von Ast zu Ast hüpft.

  • Knäuel aus Fell: Das zierliche Tier wirkt durch sein buschiges Fell um einiges größer – so schreckt es Raubtiere ab. Die langen Rückenhaare faszinieren durch schwarze, braune und manchmal sogar grünliche Einsprenkelungen.

Übersicht Zwergseidenäffchen – Cebuella pygmaea

Vorkommen

westliches Amazonasbecken (Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien)

IUCN-Status (International Union for Conservation of Nature)

nicht gefährdet

Ordnung

Primaten (Primates)

Unterordnung

Trockennasenprimaten (Haplorrhini)

Teilordnung

Affen (Anthropoidea)

Familie

Krallenaffen (Callitrichidae)

Gattung

Cebuella

Art

Zwergseidenäffchen


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