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Ein Wunder namens Riesenohr-Springmaus

Diese Riesenohr-Springmaus ist viel mehr als die Länge ihrer Ohren. Obwohl diese wirklich sehr herausragend sind – aber längst nicht die einzige Besonderheit dieses Lebewesens.
Text: Redaktion / 2 Min. Lesezeit
Riesenohr-Springmaus (Euchoreutes naso) Foto: Wikipedia
Riesenohr-Springmaus (Euchoreutes naso)
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Da wäre etwa die raffinierte Taktik dieser Tiere, die Hitze ihrer Heimat abzuwettern: Wenn die Sonne den Wüstenboden auf über 65 Grad Celsius aufbäckt, suchen sich die Nager einen Schwarzen Saxaul – das ist ein hoher Busch –, in dessen Windschatten sich feiner Sand angesammelt hat.

In diese Düne graben die Mäuse einen bis zu 90 Zentimeter langen Tunnel, verrammeln den Eingang und warten bei vergleichsweise kühlen 30 bis 35 Grad Celsius, bis draußen die Sonne untergeht. Erst dann wagen sie sich aus ihrem Versteck – um jetzt ihrem Namen alle Ehre zu machen: Sie springen nach ihrer Hauptnahrungsquelle, tieffliegenden Insekten.

Manche Zoologen vermuten, dass die Nager davor Laute ausstoßen, um anhand des Echos ihre Beute zu orten – so, wie das auch Wale, Delfine und Fledermäuse tun. Auch für den Selbstschutz ist der ausgeprägte Gehörsinn hilfreich. Mit ihm können die Tiere auch das leise Rauschen in der Luft erlauschen, das den Angriff eines hungrigen Steinkauzes ankündigt.

Und dann haben die Ohren noch einen Vorteil: In ihnen kommt das zirkulierende Blut nahe an die Körperoberfläche und kann ein wenig abkühlen. Mit diesem Kniff hat die Evolution schon die Afrikanischen Elefanten hitzefest gemacht.

Apropos Elefanten: Die haben natürlich die größten Ohren der Welt – jedenfalls, wenn man ihr Ausmaß in Zentimetern vermisst.Setzt man jedoch die Größe der Ohren in Relation zur Größe des restlichen Körpers, dann trägt die Riesenohr-Springmaus die größten Lauscher aller uns bekannten Lebewesen.

Besondere Merkmale der Riesenohr-Springmaus

  • Falsche Zähne: Im Unter- und im Oberkiefer trägt die Maus jeweils zwei lange, spitze Nagerzähne. Dabei frisst dieses Tier weder Nüsse noch Grassamen, sondern Insekten. Für diesen Zweck wäre ein Raubtiergebiss eindeutig besser geeignet. Völlig rätselhaft ist die Form der Nase. Sie scheint nach dem Vorbild eines Schweins geformt.

  • Rhythmus im Blut: Die Hinterbeine – ähnlich jenen der Kängurus – verleihen enorme Sprungkraft. Zwischen den fünf Fingern sorgen Haarbüschel für optimalen Halt und damit Wendigkeit im Sand. Der zoologische Name Euchoreutes bedeutet übrigens „guter Tänzer“.

  • Hellsichtig: Die Augäpfel der Maus haben einen Durchmesser von nur 5 Millimetern. Sie sind daher nicht besonders lichtempfindlich und nur bei Tageslicht hilfreich. In der Nacht verlässt sich die Maus auf ihr Gehör.

  • Ausdrucksstark: Springmäuse wälzen sich ausgiebig im Sand und hinterlassen dabei markante Duftspuren als Nachricht an ihre Artgenossen.

  • Steher-Qualität: Der Schwanz stützt die Maus, wenn sie auf den Hinterpfoten sitzt und mit den kurzen Vorderpfoten ihre Beute festhält. Er kann bis zu 15 Zentimeter lang werden. Der Rest der Maus misst gerade einmal 7 bis 9 Zentimeter.

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Übersicht Riesenohr-Springmaus – Euchoreutes naso

IUCN*-Status

nicht gefährdet

Vorkommen

Wüsten und Halbwüsten in der südlichen Mongolei und in China

Ordnung

Nagetiere (Rodentia)

Familie

Springmäuse (Dipodidae)

Gattung

Euchoreutes

Art

Riesenohr-Springmaus (Euchoreutes naso)

* International Union for Conservation of Nature

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