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Ein Wunder namens Flugechse

Die Flugechse vollführt faszinierende Manöver in luftigen Höhen – und hat den Segelflug perfektioniert. Ist sie auch giftig, wie man lange glaubte?
Text: Redaktion, Fotos: Getty Images / 2 Min. Lesezeit
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Unscheinbar sieht sie aus die Flugechse. Aber wehe, wenn sie los fliegt!
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Der Boden in den Regenwäldern von Indonesien, Borneo, Sumatra und Südindien ist ein heißes Pflaster. Vor allem für kleine Echsen, die hier im dämmrigen Licht ständig auf der Hut sein müssen vor den Nachstellungen hungriger Raubtiere.

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Die Urahnen der Draco volans genannten Flugechsen suchten ihr Glück deshalb hoch oben in den Baumwipfeln. Hier wiederum waren diejenigen im Vorteil, die mutig von Ast zu Ast oder gar von Baum zu Baum sprangen. Hunderte Jahrtausende später haben die rund 20 Zentimeter langen Reptilien den Segelflug perfektioniert, was sich besonders gut in Videoaufnahmen amerikanischer Wissenschaftler beobachten lässt.

Die Forscher setzten einen kleinen Draco auf einen sechs Meter hohen Telegrafenmast und neckten ihn dann mit einer langen Stange. Prompt spannte das Tier seine Flügel auf, stürzte sich kopfüber von seinem unbequem gewordenen Sitzplatz – und segelte in einer zunächst steilen, dann immer flacher werdenden Kurve in Richtung eines neun Meter entfernten zweiten Pfostens.

Kurz vor dem Aufprall zog das Tier flugzeuggleich die Schnauze hoch, gewann elegant ein wenig Höhe und verringerte damit seine Geschwindigkeit. Dadurch fiel die Landung leichter. Den Menschen brauchen die Dracos sonst nicht zu fürchten – sie stehen nämlich im Ruf, giftig zu sein. Sind sie aber gar nicht. Sonst hätten sie ja gleich am Boden bleiben können.

Besondere Merkmale der Flugechse

  • Pilotenkanzel: Die Augen sitzen seitlich. Rätselhaft bleibt, wie die Tiere eine dreidimensionale Vorstellung ihrer Umgebung bekommen. Dabei ist gerade diese fürs Fliegen wichtig. Ameisen und Termiten fängt das Tier mit seiner kurzen klebrigen Zunge.

  • Tragflächen: Mit jeweils fünf überlangen Rippen können die Echsen zwei große Hautlappen ausstellen. Werden die Flügel nicht gebraucht, liegen sie am Körper an.

  • Signalfarben: Die Unterseite der Flügel zeigt das Geschlecht des Tieres an: Weibchen sind an dieser Stelle gelb, Männchen blau gefärbt.

  • Fahrwerk: Jede der Gliedmaßen ist mit fünf scharfen Krallen bewehrt. Für sicheren Halt bei Start und Landung – und bei der Nahrungssuche am Baum.

  • Dickkopf: Männliche Dracos verteidigen die zwei oder drei Bäume, die sie als ihr Revier erachten, mit Zähnen und Klauen gegen Konkurrenten. Dabei stellen sie auch die Hautfalte am Kinn aus. Damit wirken sie bedrohlicher.

Übersicht Flugechse – Draco volans

IUCN*-Status

nicht gefährdet

Ordnung

Schuppenkriechtiere (Squamata)

Unterordnung

Leguanartige (Iguania)

Familie

Agamen (Agamidae)

Gattung

Flugdrache

Art

Gemeiner Flugdrache

* International Union for Conservation of Nature

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