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Ein Wunder namens Erdferkel

Das prominente Riechorgan des Erdferkels ist ein wahrer Ameisen- und Termitendetektor. Zudem gilt das Erdferkel als Glücksbringer. Warum?
Text: Redaktion, Fotos: Getty Images / 1 Min. Lesezeit
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Das Erdferkel kann seine Nasen mit einem Schließmuskel verschließen, um keine Erde einzuatmen.
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Es gibt da eine schöne Geschichte, überliefert wird sie in einem an sich seriösen amerikanischen Sachbuch, in dem es um wunderliche Tiere geht. Ob der fabelhafte Schwank tatsächlich stimmt, lässt sich von hier aus nicht recherchieren. Aber er ist schön, weil er auf nachprüfbaren Ferkel-Fakten basiert.

Bei einigen Menschen in Zentral-, Nord- und Westafrika gelten, so die Geschichte, Erdferkelknochen als Glücksbringer. Wer sie zu einem Amulett komprimiert trägt, kann bei nächtlichen Ausflügen durch Mauern gehen. Deshalb sind die Knochen bei jugendlichen Liebhabern beliebt, die ihre Geliebten geheim besuchen wollen.

Inspiriert ist dieser Mythos offenkundig von den Fertigkeiten des nachtaktiven Erdferkels: Mit seinen kräftigen Armen und scharfen Krallen kann sich das Tier im Handumdrehen im Boden vergraben und scheinbar unaufhaltsam Tunnel buddeln.

Heimisch sind Erdferkel in Afrika südlich der Sahara. Verblüffend ist seine Ähnlichkeit zum Ameisenbär, der sich ebenfalls von Ameisen und Termiten ernährt, allerdings in Mittel- und Südamerikaheimisch ist. Sind die beiden verwandt? Nein, sagen Genetiker, die beiden Tiere sind vielmehr ein perfektes Beispiel dafür, dass die Evolution auf völlig unterschiedlichen Wegen zu vergleichbaren Lösungen kommt.

PS: Was nicht so recht in die Geschichte von den glücksbringenden Knochen für Liebhaber passt: Erdferkel sind Einzelgänger.

Besondere Merkmale des Erdferkels

  • Luftfilter: Ein Schließmuskel an den Nasenlöchern schützt das extrem sensible Organ vor Erde.

  • Speichellecker: Die Zunge ist rund 30 Zentimeter lang und schleimig – ideal, um Insekten aus ihren Bauten und Gängen zu schlecken.

  • Hasenohr: Die Lauscher sind bei der Futtersuche immer hoch aufgerichtet. So bemerkt das Tier rechtzeitig Gefahr durch Fressfeinde.

  • Kribbeln im Bauch: Erst ein zwei Zentimeter dicker Ringmuskel beim Magen zerdrückt die Nahrung. Zerkauen lassen sich Ameisen und Termiten nämlich nur schwer.

  • Duftspender: Mit Geruchsdrüsen markieren die Tiere ihr Revier. Damit vermeiden sie unerwünschte Begegnungen mit Artgenossen.

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Übersicht Erdferkel – Orycteropus afer

IUCN*-Status

nicht gefährdet

Überordnung

Afrotheria

Ordnung

Tubulidentata

Familie

Orycteropodidae

Gattung

Orycteropus

Art

Erdferkel

* International Union for Conservation of Nature

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