Die Wiedergeburt

Przewalski-Pferde wurden vor Jahrzehnten fast ausgerottet – nur 12 Exemplare überlebten in Zoos. Nun werden ihre Nachfahren systematisch gezüchtet und in der alten Heimat Mongolei ausgewildert.
Text: Stefan Schomann, Fotos: Cyril Ruoso / 9 Min. Lesezeit
Ein eingeborenes Fohlen Das Jungtier ist im Schutzgebiet zur Welt gekommen, es ist rund drei Monate alt. Seine größten Feinde sind Wölfe – und die Kälte. In der Region kann die Temperatur im Winter auf unter minus 40 Grad Celsius fallen. Foto: Cyril Ruoso
Ein eingeborenes Fohlen. Das Jungtier ist im Schutzgebiet zur Welt gekommen, es ist rund drei Monate alt. Seine größten Feinde sind Wölfe – und die Kälte. In der Region kann die Temperatur im Winter auf unter minus 40 Grad Celsius fallen.

Das Dorf, in dem Nyamsuren lebt, heißt Bij. Nyamsuren ist von Beruf Schweißer: Wenn er die Karosserie eines dieser unverwüstlichen russischen Lastwagen flickt, dann stieben die Funken wie Goldregen auf den sandigen Velours der Steppe. Anders als die meisten seiner Nachbarn übt er ein Handwerk aus, fast alle übrigen sind Hirten. Noch mehr aber hebt er sich von ihnen ab, weil er mit eigenen Augen gesehen hat, dass hier in der dsungarischen Gobi Wildpferde gelebt haben – die Takhi (sprich: Tachi), im Westen bekannt als Przewalski-Pferde.

Es war im Winter 1967/68, unten an der Grenze zu China, und wenn Nyamsuren sich daran erinnert, reibt er sich unwillkürlich die Hände: „Statt Handschuhen hatten wir nur unsere Ärmel.“ Er war 13 und zog mit seinem Großvater zum ersten Mal auf die Jagd. Sie pirschten auf Kulane, mongolische Halbesel. Zwei Dutzend davon kamen zur Tränke, doch einer schlug aus der Art. „Takhi!“ staunte der Großvater. Und flüsterte seinem Enkel zu, dass diese Pferde früher in Herden die Steppe durchstreift hätten, nun aber fast gänzlich verschwunden seien. Die goldbraune Stute wirkte derber als die zahmen Pferde, die Nyamsuren kannte, mit klobigem Kopf, Bürstenmähne und Streifen an den Beinen. Der Umstand, dass sie sich den Kulanen angeschlossen hatte, deutete darauf hin, dass sie vereinsamt war.

Beim Begrüßungsritual Przewalski-Pferde sind an ihrer markanten Stoppelmähne zu erkennen. Ihren leicht zu verstolpernden Namen verdanken sie einem russischen Offizier und Forschungsreisenden, der die Wildpferde für den Westen entdeckte. Foto: Cyril Ruoso
Beim Begrüßungsritual: Przewalski-Pferde sind an ihrer markanten Stoppelmähne zu erkennen. Ihren leicht zu verstolpernden Namen verdanken sie einem russischen Offizier und Forschungsreisenden, der die Wildpferde für den Westen entdeckte.

Nichts hat den Przewalski-Pferden so geschadet wie ihre Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts, weckte diese doch die Begehrlichkeit von Museen und Zoos. Alle wollten mit dem bislang unbekannten Tier ihr Publikum beeindrucken. Fangexpeditionen machten sich auf den Weg, und einige Dutzend Tiere kamen so nach Europa, jedoch unter verheerenden Verlusten.

Aus Verwunderung über diese unerwartete Erscheinung, beteuert Nyamsuren, hätten sie damals nicht geschossen. Drei Jahre später habe sein Schwager dann noch einmal eine einzelne Stute gesichtet; möglicherweise dasselbe Tier. Danach sah man in den Weiten der Gobi nie wieder eine Spur von den Przewalski-Pferden.

Bis 1992: Da kreiste ein kapitales Antonow-Transportflugzeug über Bij und setzte, in Ermangelung einer Landebahn, einfach auf der planen Steppe auf, einen Sandsturm im Schlepptau. Wie es dazu kam, ist eine lange Geschichte– möglicherweise eine mit Happy End.

ÜBERSEHEN VON HUMBOLDT

Wildpferde begegnen uns bereits in den eiszeitlichen Felsbildern am Anbeginn der menschlichen Kultur. In der berühmten Höhle von Lascaux etwa machen sie 60 Prozent aller Darstellungen aus. Sie gleichen den Takhi aufs Haar: das Fell ockergelb, der Bauch hell, die Stehmähne schwarz. In historischer Zeit haben die Takhi nur in jener Region südlich des Altai-Gebirges überlebt, die man die Dsungarei nennt. Mongolen, Kirgisen und Kasachen wussten immer um die wilden Steppenpferde; sie haben sie gejagt und als Weide- und Wasserkonkurrenten bis in die Wüste hinein verdrängt. Auch chinesische Nachschlagewerke unterscheiden stets klar zwischen Haus- und Wildpferden; die erste bekannte Erwähnung ist 3000 Jahre alt.

Im Westen dagegen hatte man bis 1878 praktisch keine Kenntnis von diesen wilden Pferden.„Es ist völlig rätselhaft“, wundert sich der ungarische Archäozoologe Sándor Bökönyi, „wie ein derart großes Säugetier den Zoologen so lange unbekannt bleiben konnte.“ Zumal es ja in derSteppe wie auf dem „Präsentierteller“ stand.

Es ist völlig rätselhaft wie ein derart großes Säugetier den Zoologen so lange unbekannt bleiben konnte.

Archäozoologe Sándor Bököny

Alexander von Humboldt hätte die Tiere fast entdeckt. 1829 war der Naturforscher mit zwei Gefährten am Fuß des Altai-Gebriges bis zur chinesischen Grenze vorgedrungen. Die Männer brachten Kunde von Schneeleoparden und Sibirischen Tigern nach Europa, auch ein lebendes Murmeltier. Doch, so Humboldt, dass es „in den kalten, dürren Ebenen Hochasiens“ noch wilde Pferde gäbe, damit rechneten sie nicht. Wäre Humboldt länger geblieben oder noch etwas tiefer in die Steppe vorgedrungen, hätte er wohl von den Takhi erfahren, vielleicht sogar das Fell eines solchen Tieres nach Europa gebracht. Dann hießen sie heute wohl Humboldt-Pferde.

Oder womöglich sogar Brehm-Pferde: Der berühmte Naturkundler unternahm 1876 eine Forschungsreise in die Dsungarei. Im Grenzposten Saissan erzählten ihm Einheimische von „Wildpferden“, und Alfred Brehm machte sich sogleich auf die Jagd. Die halbe Garnison begleitete ihn. Schon nach einer Stunde sichteten sie eine Gruppe. Eine Hetzjagd begann, bei der sie schlussendlich ein Fohlen fingen. Ermattet starb es am nächsten Tag. Es war ein Kulan: Brehm hatte aufs falsche Pferd gesetzt.

Die Einheimischen erzählten ihm jedoch noch von einer weiteren wilden Art: Da draußen gebe es noch Surtakas, sagten sie. „Syr“ bezeichnet die Steppe, und „taka“, das sind die Takhi. Brehm aber beachtete diese Berichte nicht mehr.

Die Steppen der Westmongolei sind nicht nur die Heimat der Przewalski-Pferde, sondern auch der zweihöckrigen Kamele und mindestens einer Unterart der Wildesel. Sie alle leben nahe der chinesischen Grenze in mehreren Schutzgebieten, die gemeinsam größer sind als die Schweiz.

So ging dann eben der weitsichtigere, konsequentere Russe Nikolai Michailowitsch Przewalski in die Annalen ein. Zwei Jahre nach Brehm machte er im selben Außenposten Station, beriet sich mit demselben Kommandanten und befragte denselben Jäger, der ihm schließlich das Fell und den Schädel eines kurz zuvor erlegten Takhi übergab. Przewalskis „Entdeckung“ geschah also ziemlich unspektakulär und obendrein schon auf der Heimreise; er war gar nicht mehr im Expeditionsmodus. Trotzdem wurde sein Name unsterblich: Die Petersburger Akademie der Wissenschaften benannte die neue Pferdespezies nach ihm.

Nichts hat den Przewalski-Pferden jedoch so geschadet wie ihre Bekanntwerdung, weckte diese doch die Begehrlichkeit von Museen und Zoos. Alle wollten mit dem neu entdeckten Tier ihr Publikum beeindrucken. Um 1900 machten sich mehrere russische Fangexpeditionen auf den weiten Weg in die Dsungarei; auch der Gründer des Hamburger Tierparks, Carl Hagenbeck, schickte einen seiner Agenten.

Nyamsurens Großvater, der alte Jäger, hatte diese Trupps noch erlebt. Von ihm weiß Nyam-suren, wie sie vorgingen: „Sie schossen auch die Hengste ab, ja ganze Herden, um der Fohlen habhaft zu werden.“ Unter verheerenden Verlusten gelangten so einige Dutzend Tiere in europäische Zoos und Wildparks.

In der Mongolei setzten unterdessen wachsende Hauspferdeherden und Jäger den Takhi zu. Erst Mitte der Siebzigerjahre wies die Regierung mit Gobi B ein eigenes Schutzgebiet für Takhi aus. Doch da war es schon zu spät – die Tiere waren ausgestorben. Die Hoffnung, die Spezies vor dem endgültigen Untergang zu retten, lag damit allein auf jenen Tieren, die in den Zoos überlebt hatten.

Doch ihre Zahl war sehr klein. Also begann unter der Federführung des Münchner Tierparks Hellabrunn und des Prager Zoos eine systematische Rettungszucht. Das Projekt geriet zu einem der wenigen, bei denen Ost und West während des Kalten Krieges reibungslos zusammenarbeiteten. Allmählich vergrößerten sich die Bestände in Gefangenschaft. Und in der turbulenten Wendezeit ließen dann vor allem unkonventionelle Privatpersonen und Pferdefreunde den Traum von der Wiederkehr der Takhi wahr werden.

Und dann stehen die Takhis plötzlich in der Steppe, Stuten, Fohlen, Jährlinge, dazu der Leithengst, Khvod gerufen. Mit denkbar größter Selbstverständlichkeit grasen sie vor sich hin, und sacht wogt die Dünenlandschaft ihrer Leiber.

DIE RÜCKKEHR DES BRAUCHTUMS

Die Antonow kreiste 1992 über Bij wie ein mythischer Vogel, der einen Schatz bringt. Hunderte Schaulustige waren aus den Weiten der Steppe gekommen, selbst die Verwandtschaft aus der drei Tagesreisen entfernten Hauptstadt Ulaanbaatar. „Mit klopfendem Herzen“, erzählt Nyamsuren, habe er sich damals den schweren forstgrünen Transportkisten genähert. Er hatte seine Hand durch die Futterluke gesteckt und das Tier ganz sacht an der Schnauze berührt. „Takhi!“

Zur Feier des Tages wurde ein gewaltiges Naadam abgehalten, ein Volksfest mit traditionellen Steppenspielen, mit Pferderennen, Bogenschießen und Ringkämpfen. Inzwischen findet das Fest jedes Jahr statt: Die Takhi haben das Brauchtum neu belebt. Zum Naadam vertauscht Nyamsuren seine speckige Arbeitskleidung mit seinem Deel, einer Robe aus purpurrotem Brokat, bestickt mit goldenen Drachen. Derart ausstaffiert kann es der Schweißer aus Bij mit jedem mandschurischen Prinzen aufnehmen.

Seit 1992 kommen alle paar Jahre weitere Takhi aus europäischen Zoos ins Land. Sie müssen sich ihr Futter und Wasser nun selbst suchen, Krankheiten aus eigener Kraft überstehen und sich der Wölfe erwehren. Die Stuten finden sich zu Harems unter Führung eines Hengstes zusammen; die übrigen Hengste bilden Junggesellengruppen, aus denen später Herausforderer für die Leithengste erwachsen. Die Instinkte funktionieren, doch der Erfahrungsschatz routinierter Leittiere fehlt ihnen. So wissen die Takhi nicht, wo sie in Extremsituationen Schutz und Nahrung finden. In grimmigen Wintern, Dzud genannt, verendete 2002/03 ein Drittel des Bestands, 2009/10 gar mehr als die Hälfte. Damit war die Zahl der Tiere in Freiheit wieder auf 120 Pferde gesunken.

Zeitzeuge Nyamsuren Als Bub hat der heute 65-Jährige in der Steppe die letzte freilebende Stute gesehen. Als die ersten nachgezüchteten Przewalski-Pferde ankamen, war er wieder dabei. Seine edle Tracht trägt der Handwerker übrigens nur zu hohen Festtagen – oder wenn Besuch vorbeikommt. Foto: Cyril Ruoso
Zeitzeuge Nyamsuren. Als Bub hat der heute 65-Jährige in der Steppe die letzte freilebende Stute gesehen. Als die ersten nachgezüchteten Przewalski-Pferde ankamen, war er wieder dabei. Seine edle Tracht trägt der Handwerker übrigens nur zu hohen Festtagen – oder wenn Besuch vorbeikommt.

EIN KÖNIG FÜR DIE PFERDE

Gemeinsam mit der mongolischen Regierung betreut die schweizerische Stiftung ITG, die International Takhi-Group, das Projekt seit zwei Jahrzehnten. Dank den Wildpferden kommen öfter einmal ausländische Wissenschaftler oder einheimische Minister vorbei, und die Tiere haben Bij auch einiges an Entwicklungshilfe beschert. Die Krankenstation oder den Schulbus würde es sonst wohl kaum gegeben.

Auch das Haus der Parkverwaltung, ein Gemeinschaftsbau des damaligen österreichischen Lebensministeriums und der ITG, wäre viel spartanischer ausgefallen. Der solide Ziegelbau liegt acht Kilometer westlich von Bij und beherbergt Büroräume, eine Küche sowie ein kleines Labor.

Gewohnt wird dagegen in Jurten. Einige stehen direkt nebenan, andere im Dorf, wiederandere dazwischen, wie die des Direktors Oyun-saikhan Ganbaatar, genannt Ganbaa. Der Biologe ist im wald- und wasserreichen Norden aufgewachsen, doch die karge Steppenlandschaft lässt ihn nicht mehr los. Seit 15 Jahren amtiert er als Direktor. König Ganbaa: freilich ein Herrscher in Unterhemd, Shorts und Sandalen, mit Buddha-Bäuchlein und endlos Energie verströmend.

Gerne zeigt Ganbaa Besuchern sein Reich. Auf ihren täglichen Patrouillenfahrten haben die Wildhüter ein Auge auf die Tierwelt, kontrollieren Wasserstellen und Pisten und halten Ausschau nach Goldsuchern, Wilderern und anderen ungebetenen Gästen. „Wir werden allerhand sehen, nur keine Bäume“, sagt Ganbaaund steuert den Jeep energisch in die straßenlose Kernzone des Parks. „Wir fahren ungern auf Asphalt. Da spürt man den Wagen nicht.“ Ab und zu hält er an, meist auf einem der flachen Höhenzüge, die die Steppe durchziehen und einen klassischen Feldherrnblick bieten. Der Boden, teils Sand, teils Kies, ist schütter mit Grasbüscheln bestanden, wobei eine Art Schnittlauch vorherrscht, dessen Blütenpuschel das Land mit rosafarbenem Flaum überziehen. Schon Schmetterlinge haben Seltenheitswert, überhaupt alles Leben.

ALLEIN AUF WEITER FLUR

Es braucht Zeit und einen geübten Blick, dann zeigt es sich doch. Eine Krötenkopfagame hier, ein Sakerfalke dort. Zwei Kropfgazellen erscheinen da fast schon als Großwild – bis unversehens ein Trupp Kulane davonstiebt. Nicht in wilder Flucht, sondern in kalkuliertem, spielerischem Kräftemessen mit dem Geländewagen, den sie auch mühelos abhängen.

Die ungeheure Weite, die radikale Leere, der ruhelose Wind – man wähnt sich auf einem fernen Planeten. Eine starke Wahrnehmung von Zeitlosigkeit geht damit einher. Eine allumfassende Stille dehnt sich tagsüber bis hinauf zu den Wolken, die als träge Karawane über die Hochebene ziehen, und nachts bis zum Sternenhimmel, ein funkelnder Baldachin, gespannt über die Welt.

Und dann stehen sie einfach in der Landschaft, 300 Meter entfernt: ein Dutzend Takhi. Stuten, Fohlen, Jährlinge, dazu der Leithengst, genannt Khvod. Mit denkbar größter Selbstverständlichkeit grasen sie vor sich hin; sacht wogt die Dünenlandschaft ihrer Leiber. „Wildpferde“ heißt ja nicht, dass sie ständig umhergaloppieren und sich Duelle liefern. Im Gegenteil, ihr Alltag könnte beschaulicher kaum sein. Nur Khovd äugt mit dem rassetypisch hypnotischen Blick der Przewalski-Pferde herüber und stellt sich beiläufig zwischen die Beobachter und seinen Harem, lässig wie ein Türsteher vor einem Nachtclub.

In der Nähe hält sich eine weitere Herde auf, in einem Auswilderungsgehege, das an sich leerstehen würde. Doch nachdem aus dieser Gruppe ungewöhnlich viele Fohlen von Wölfen gerissen wurden, gewährt man ihr hier zwei Monate lang sicheres Asyl. „Eigentlich lassen wir der Natur ihren Lauf“, erklärt Ganbaa. „Doch in diesem Fall waren die Verluste zu hoch. Wenn die Fohlen et was kräftiger sind, steigt ihre Überlebenschance.“

Außerdem streift da noch Tsuud umher, ein junger Hengst. Seine Mutter starb, als er noch klein war. Daraufhin wurde er einer Gruppefrisch eingeflogener Takhi-Stuten beigesellt. Tatsächlich adoptierte ihn eine davon, gemeinsam schlossen sie sich Khovds Herde an. Doch als Tsuud ins dritte Jahr kam, verstieß ihn der Leithengst, wie Leithengste es mit Halbstarken nun einmal tun. Für gewöhnlich schließen diese sich dann selbst zu einer Herde zusammen. Doch dadie Takhi diesen Teil der Gobi erst kürzlich wieder in Besitz genommen haben, leben hier noch keine anderen Junghengste. Nun ist Tsuud also wieder allein. Fast täglich schnürt er am Zaun entlang und hält Verbindung zu den Eingeschlossenen. Wenn sie wieder frei sind, wird deren Anführer ihn kaum länger dulden. Gelegentlich schaut Khovd jetzt schon vorbei, und sei es nur, um ihm zu zeigen, wer der Boss ist.

Tsuud verkörpert als Musterbeispiel den Lebenswillen seiner Spezies. In den vergangenen drei Jahren haben die Bestände sich erfreulich vermehrt. Im Schutzgebiet Gobi B leben heute rund 250 Tiere; dazu kommen etwa 420 in den beiden anderen mongolischen Schutzgebieten. Noch ein paar weitere gute Jahre, dann sind dieTakhi über den Berg. Dabei waren sie schon vom Erdboden verschwunden.

Ihre Auferstehung bildet eine der großen und viel zu seltenen Erfolgsgeschichten des Artenschutzes. Sie hat alle Merkmale eines Wunders.

Staummbaum: Eine Analyse alter Pferdeknochen stellt die ungezähmte Natur der Przewalskis infrage.

Staummbaum der Przewalski Pferde Foto: Alan Outram
Staummbaum der Przewalski Pferde

Reiseservice: Auf der Fährte der Przewalski-Pferde

  • WAS MACHE ICH DORT? Wildpferde beobachten natürlich. Besser erreichbar als die entlegenen Schutzgebiete Gobi A und Gobi B ist der Nationalpark Chustain Nuruu, nur 90 Kilometer südwestlich der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Neben den auch hier angesiedelten Przewalski-Pferden gibt es Sibirische Wapitis, Argalis, Sibirische Steinböcke, Manuls und Murmeltiere zu beobachten.

  • UNBEDINGT PROBIEREN: Nomaden begrüßen Gäste traditionell mit Yakmilch. Wer die nicht mag, sollte langsam trinken – leere Tassen werden prompt nachgefüllt. Hilfreich auch das Zauberwort Us. Es bedeutet Wasser – zum Verdünnen.

  • WIE KOMME ICH HIN? Per Flugzeug nach Ulaanbaatar (ab 660 Euro). Von dort weiter mit Pkw und einheimischem Fahrer. Die Tour bis zum Nationalpark dauert rund zwei Stunden.

  • BESTE REISEZEIT: Juni bis September. Mitte Juli wird in vielen Dörfern das spektakuläre Naadam-Fest gefeiert, mit tänzerischem Wrestling, Reiterspielen und rasanten Pferderennen.

Die Reportage erschien im Terra Mater Magazin 03-2019.

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