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Außerirdisches Leben: Wo seid ihr alle?

Das Universum ist zu groß, um Leben nur auf dem Planeten Erde hervorgebracht zu haben. Doch wo sind die anderen? Terra Mater sucht nach ihnen – eine Reise zu fernen, höchstwahrscheinlich belebten Welten.
Text: Robert Sperl / 2 Min. Lesezeit
terra mater herbst 2021 leben im all
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Auch wenn es für fast jeden von uns schwierig ist, diese Theorie trotz ihrer Schlüssigkeit zu durchschauen: Am Anfang des Universums konzentrierte sich alle Materie in einem Punkt und expandierte dann explosionsartig in Zeit und Raum. Dieser Zeitpunkt heißt einprägsam Urknall, und er liegt – so schwört es die schlaue Wissenschaft – 13,7 Milliarden Jahre zurück. Der Weg vom Damals ins Heute ist nicht gerade kurz, und es ist deshalb kaum vorstellbar, dass die Erde – die übrigens viereinhalb Milliarden Jahre alt ist – der einzige Himmelskörper sein soll, auf dem sich Leben gebildet hat.

Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass es da draußen im All – vielleicht sogar in unserer Nachbarschaft – erdähnliche Himmelskörper gibt, auf denen sich Lebewesen mit ähnlichen Problemen herumschlagen wie wir? Oder Geschöpfe, die smarter sind als wir und deswegen andere Herausforderungen haben? Oder dass es vielleicht gar erdunähnliche Planeten gibt, auf denen trotzdem eine Art Leben existiert, aber eben eines, für das unsere Intelligenz nicht ausreicht, es sich vorzustellen?

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Die größte Überraschung wäre für mich, wenn wir nichts finden!

Dr. Lisa Kaltenegger, Astronomin und Astrophysikerin

Um ohne Umwege eine Story mit wissenschaftlichem Happy End anzusteuern, befragten wir für unsere aktuelle Covergeschichte „Ist da jemand? Ja!“ (Sie finden unser Heft an jedem Kiosk oder beziehen es bequem im Abonnement) eine Optimistin für die Suche nach außerirdischem Leben. Dr. Lisa Kaltenegger, Astronomin und Astrophysikerin an der Cornell University in Ithaca, New York, dreht uns bangen Seelen sogar noch die Frage im Mund um vor lauter Zuversicht: „Die größte Überraschung wäre für mich, wenn wir nichts finden!“ Und die Österreicherin skizziert gleich, mit wie vielen lebensfreundlichen Welten wir rechnen sollten. (Kleiner Hinweis: Frau Dr. Kaltenegger geht vorsichtig nicht von tausenden aus, sondern von Milliarden.)

Wenn es nun so viele Außerirdische in unserer Nachbarschaft gibt: Wieso haben diese nie versucht, mit uns über den Zaun hinweg ins Gespräch zu kommen? In unserem Interview hat Dr. Kaltenegger auch darauf eine schlüssige Antwort: „Wenn es Aliens gibt, wieso sollten sie ausgerechnet uns besuchen?“ Da hat sie natürlich recht: Wir brauchen gar nicht angestrengt in die Weiten des Universums zu starren, um festzustellen, dass man sich von unserer Spezies nicht allzu viel abschauen kann. Dr. Kaltenegger ironisch: „Die Erde ist sicher schön, aber sicher nicht die erste Wahl für Weltraumreisende.“

Die Suche nach Leben im All

Also machen inzwischen wir Menschen uns auf die Suche, etwa mit dem James Webb Space Telescope. Das JWST (alles über dieses technologische Wunder ebenfalls im aktuellen Magazin) ist leistungsstärker als alle seine Vorgänger, und es wird ab November vom All aus penibel in den Weltraum spähen. Nimmt man das All als Ozean: Wie viel davon haben wir eigentlich schon abgesucht? Die US-amerikanische Astronomin Jill Tarter zieht in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ dazu einen anschaulichen Vergleich: „Mittlerweile haben wir statt eines Wasserglases einen Swimmingpool durchsucht.“

Dr. Lisa Kaltenegger ist deutlich zuversichtlicher: „Im besten Fall werden wir zu meinen Lebzeiten einen belebten Exoplaneten entdecken.“ Und wenn nicht? Kaltenegger: „Im schlimmsten Fall habe ich wenigstens die Vorarbeit dazu geleistet.“

Was Sie noch in unserem Heft zu diesem Thema „Leben im All“ finden? Die spannendsten Planeten-Kandidaten für außerirdisches Leben. Die Antwort auf die Frage, wie Leben überhaupt entsteht. Und die dreistesten Lügengeschichten in Sachen Aliens – verfilmt von Hollywood und Co.

Die große Dossier über außerirdisches Leben gibt's im Terra Mater Magazin Herbst 2021!