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Ein Wunder namens Schabrackentapir

Weltweit gibt es nur noch rund 2.500 Schabrackentapire. Schuld ist nicht das Klima, sondern der Mensch, der ihren Lebensraum in Palmöl-Plantagen verwandelt.
Text: Redaktion, Fotos: Getty Images / 2 Min. Lesezeit
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Dieses Tier ist ein seltener Anblick. Warum? Erstens leben weltweit nur noch rund 2.500 Schabrackentapire. Zweitens sind die Tiere meist nachts und im dichten Unterholz aktiv. Nähert sich ein Mensch, ziehen sie sich flugs zurück. Und drittens haben die Tiere nur bis zum Alter von ungefähr sieben Wochen diese besondere Fellzeichnung – danach werden sie großteils dunkel. Weiß sind beim erwachsenen Tier nur noch jene Partien, die bei einem Reitpferd mit einer Decke – der Schabracke – bedeckt werden, bevor der Sattel aufgelegt wird.

Zwei kleine Ausnahmen gibt es: Auch die Spitzen der Ohren bleiben hell. Neben den Schabrackentapiren, die in den Regenwäldern Südostasiens zu Hause sind, gibt es in Mittel- und Südamerika drei weitere anerkannte Tapir-Arten. Und 2009 tappte im Amazonasbecken ein ungewöhnlich kleines Tier in eine Fotofalle. Seither diskutieren Experten, ob es vielleicht noch eine weitere Tapir-Art gibt.

Die Vorfahren aller Tapire durchstreiften schon vor 35 Millionen Jahren Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Erst der Einbruch des Eiszeitalters vor 2,2 Millionen Jahren drängte diese Säugetiere tief in den Süden. Schabrackentapire können schon wenige Tage nach ihrer Geburt schwimmen. Sie beginnen auch bald, Blätter und Zweige zu fressen, und nehmen rund ein Kilogramm pro Tag zu. Ausgewachsen wiegen sie bis zu einer halben Tonne und werden bis zu drei Meter lang.

Trotzdem sind die scheuen und vorsichtigen Tiere vom Aussterben bedroht. Schuld ist nicht das Klima, sondern der Mensch, der ihren Lebensraum in Palmöl-Plantagen verwandelt. Was die Tiere so besonders macht?

Besondere Merkmales des Schabrackentapirs

  • Vokalartist: Schabrackentapire beherrschen sechs Lautäußerungen: Pfeifen, Jaulen, zweiQuiek-Arten und zwei Rülpslaute. Wem sie damit etwas sagen wollen, ist unklar – die Tiere sind fast immer allein im Wald unterwegs.

  • Multifunktions-Werkzeug: Mit dem Rüssel bugsieren die Tiere Grünzeug in ihr Maul. Außerdem ist er Sitz eines überaus sensiblen Geruchsorgans.

  • Hellhörig: Zur Fernaufklärung nutzen Tapire ihre ovalen Ohren. Die hübschen weißen Spitzen bleiben den Tieren auch im Erwachsenenalter erhalten. Übrigens: Scharf sehen können sie nur im Nahbereich.

  • Dschungelkämpfer: Der Körper ist vorne schmal und wird erst hinten breit. Die Keilform bewährt sich, wenn sich das Tier durchs dichte Unterholz drängelt. Ebenfalls hilfreich: die bis zu drei Zentimeter dicke Haut.

  • Trittsicher: An den Hinterbeinen hat das Tier jeweils drei Zehen, vorne vier. Jede Zehe hat ihren eigenen kleinen Huf.

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Übersicht Schabrackentapir – Tapirus indicus

IUCN*-Status

stark gefährdet

Unterklasse

Höhere Säugetiere (Eutheria)

Überordnung

Laurasiatheria

Ordnung

Unpaarhufer (Perissodactyla)

Familie

Tapire (Tapiridae)

Gattung

Tapire (Tapirus)

Art

Schabrackentapir

  • * International Union for Conservation of Nature

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