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Ein Wunder namens Malaien-Gleitflieger

Ein Säugetier, das bis zu 150 Meter weit durch die Lüfte gleiten kann? Die Malaien-Gleitflieger sind Könige Aerodynamik. Was wissen wir über die wunderlichen Riesengleiter?
Text: Redaktion, Fotos: Mauritius Images / 2 Min. Lesezeit
Galeopterus variegatus Foto: mauritius images / Minden Pictures / Ch'ien Lee
Fliegende Mutter: Ein Malaein Gleitflieger mit Nachwuchs in der Nacht
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Der verträumte Blick täuscht: Malaien-Gleitflieger sind flinke Kletterer, auf Bäumen bewegen sie sich fast so schnell wie Katzen. Anders als diese haben die Gleiter aber kein Problem, wieder herunterzukommen: Sie stoßen sich kräftig ab, spreizen ihre großen Hautlappen zu einer Tragfläche und segeln zum nächsten Baum.

Forscher aus Singapur haben die nachtaktiven Tiere mit Sensoren beklebt und so bis zu 150 Meter weite Flüge nachgewiesen. Nicht ganz so weit fliegen Weibchen, wenn sich ein Jungtier an sie klammert. Das liegt weniger am Gewicht der Kleinen (die sind nach der Geburt winzig und verblüffend unterentwickelt), sondern an der Aerodynamik: Der Nachwuchs wird mit der Hautfalte eingehüllt, die sich zwischen Schwanz und den hinteren Extremitäten spannt.

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Malaien-Gleitflieger, Tierwissen, ein Wunder namens, Terra Mater Foto: AdobeStock
Malaien-Gleitflieger halten sich gerne in Kokosplantagen auf, um sich dort von den Knospen und Blüten zu ernähren. Dafür werden sie von den Einwohnern gerne gejagt.

Geruhsamer geht es untertags zu, wenn sich ein Weibchen mit seinem Nachwuchs zum Schlafen an einen Ast hängt. Dann bildet es mit seiner Flughaut eine Art Hängematte, legt den Kopf auf den Bauch; irgendwo dazwischen findet auch das Jungtier seinen Platz.

In ihrer Heimat Borneo sind die pelzigen Flieger eher unbeliebt; schließlich ernähren sie sich besonders gern von Knospen, Blüten und Blättern aus den Kokosplantagen. Obwohl deshalb Jagd auf sie gemacht wird, gelten sie nicht als bedroht.

Besondere Merkmale des Malaien-Gleitfliegers

  • Ein Blick nach vorn: Weil beide Augen ein Ziel fixieren können, hat das Tier ein 3D-Bild seiner Umgebung. Wichtig fürs Fliegen. Und fürs Landen.

  • Gemischtes Gebiss: Die Zähne ähneln sowohl denen von Wiederkäuern als auch jenen von Raubtieren. Auch Handwurzel, Unterarmknochen und Brustmuskulatur verweisen auf verschiedene Tiergattungen. Das erschwert die korrekte Zuordnung der Gleiter in den Stammbaum des Lebens.

  • Anhänglich: Von den Fingern ragen nur die Krallen über die Flughaut hinaus. Damit können sich die Tiere – ähnlich wie Faultiere – ohne Anstrengung an einen Ast klammern.

  • Tragfläche: Damit das Aufspannen der Haut zwischen Hals, Vorderbein, Hinterbein und Schwanzspitze möglichst wenig Kraft kostet, setzen die Sehnen der Beugemuskeln bereits weit vor den Gelenken an. Die Spannweite beträgt bis zu 120 Zentimeter.

  • Effiziente Verdauung: Der bis zu neun Meter lange Darm hat mehrere Ausstülpungen, die mit Bakterien besiedelt sind. Die helfen, die ansonsten schwer zersetzbare Zellulose der Pflanzennahrung zu verwerten.

  • Flugkörper: Ausgewachsen wiegt ein Malaien-Gleitflieger an die zwei Kilo; von Kopf bis Schwanz misst er maximal 42 Zentimeter.

Überblick Malaein-Gleitflieger – Galeopterus variegatus

IUCN*-Status

nicht besorgniserregend

Unterklasse

Höhere Säugetiere (Eutheria)

Überordnung

Euarchontoglires

Ordnung

Dermoptera

Gattung

Cynocephalus

Art

Galeopterus variegatus

*International Union for Conservation of Nature

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