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Ein Wunder namens Große Achatschnecke

Große Achatschnecken sind wahre Variationskünstler, wenn es um ihre Fortpflanzung geht: Sie sind Hermaphroditen.
Text: Redaktion / 1 Min. Lesezeit
Grosse Achatschnecke, Schnecke, ein Wunder namens, Tierwissen, Terra Mater Foto: Getty Images
Bedächtig bahnt sich die große Achatschnecke ihren Weg.
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Auf die Größe kommt es ja nicht an. Was bei der Fortpflanzung der Achatschnecke wirklich ungewöhnlich ist, hat mit der Vielseitigkeit der Tiere zu tun. Achatschnecken sind nämlich Hermaphroditen, sie verfügen also sowohl über weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Beide sitzen rechts hinter dem Kopf. Wenn sich zwei geschlechtsreife Tiere begegnen, ist zunächst nicht klar, wer hier wen befruchten wird.

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Meist macht das größere Tier das Weibchen – klar, das Produzieren und Ablegen von Eiern braucht schließlich mehr Energie als eine kurze Samenspende. Wenn sich kein Partner findet, können sich die Tiere auch kurzerhand selbst befruchten. Doch auch damit ist das Trick-Repertoire der Schnecken noch nicht erschöpft: Wenn nämlich die Paarung klappt, die Umstände für den Nachwuchs aber gerade ungünstig sind, dann kann das „Weibchen“ den Samen bis zu zwei Jahre lang mit sich herumtragen, bevor es die eigenen Eizellen befruchtet.

Zwei bis drei Wochen später gräbt das Tier eine Grube, legt 100 bis 500 Eier ab – und schleicht sich. Die Brut schlüpft nach weiteren zwei bis drei Wochen. So vermehrt sich die Achatschnecke höchst erfolgreich – innerhalb weniger Jahrzehnte hat sie von ihrer Heimat in Ostafrika aus Indien, Ostasien, Japan und auch die USA erobert.

Besondere Merkmale der Großen Achatschnecke

  • Vier Fühler: Mit den zwei kleinen Fühlern kann die Schnecke tasten, die zwei größeren tragen die Augen.

  • Unökologischer Fußabdruck: Achatschnecken können bis zu 30 Zentimeter lang werden. Weil sie weit außerhalb ihres Lebensraumes wildern, gelten sie als üble Bioinvasoren.

  • Reibeisen: Mit ihrer rauen Zunge (genannt Radula) zerschreddern sie Blätter, Obst und Gemüse, wenn möglich aber auch Aas. Um an den für ihr Haus notwendigen Kalk heranzukommen, knabbern sie mitunter sogar Hausfassaden an.

  • ... is my castle: In Trockenzeiten dient das Haus als Bunker. Die Schnecke verschließt den Eingang mit einer luftdurchlässigen Mischung aus Kalk und Schleim. So kann sie viele Monate überdauern.

  • Starker Magen: Nach dem Schlucken kommt die Nahrung in die Mitteldarmdrüse, wo sie in ihre Bestandteile zersetzt und gespeichert wird.

Übersicht Große Achatschnecke – Achatina fulica

Ordnung

Lungenschnecken (Pulmonata)

Überfamilie

Achatinoidea (Ambystomatidae)

Familie

Afrikanische Riesenschnecken (Achatinidae)

Gattung

Achatina

Art

Große Achatschnecke

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