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Ein Wunder namens Elefantenspitzmaus

Die Elefantenspitzmaus streckt gerne die Zunge raus. Warum? Zoologen brauchten für die richtige Antwort fast zwei Jahrhunderte.
Text: Redaktion, Fotos: Getty Images / 1 Min. Lesezeit
Elefantenspitzmaus, Tierwissen, ein Wunder namens, Terra Mater Foto: Getty Images
Spitzmaus, Hase, Elefant oder Seekuh? Zu welcher Gattung gehört sie eigentlich, die Elefantenspitzmaus?
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Anfang des 19. Jahrhunderts waren Besucher aus Europa in Afrika auf das Tier gestoßen und wollten es gleich richtig im Stammbaum des Lebens verorten.

Ihr erster Verdacht: Das Tier ist eine Art Spitzmaus. Zweiter Versuch: Es ist ein Verwandter von Maulwurf oder Igel. Später unterstellten sie Naheverhältnisse zu Huftieren, Hasen und sogar Primaten. Und das Verrückte: Für jede dieser Theorien gibt es gute Argumente, sie sitzen in den Knochen, in den Zähnen oder den Zehen des Tieres.

Heute zeigen molekularbiologische Untersuchungen, dass die Tiere mit niemandem wirklich nahe verwandt sind. Also schlagen einige Forscher die Bildung einer neuen Gruppe vor. Mitglieder wären Elefanten, Seekühe und Erdferkel. Die sind nämlich auch einzigartig und in Afrika heimisch.

Der Familienname soll Afrotheria lauten. Nachdem das also geklärt wäre, soll jetzt auch ein korrekter Name für das Tier her. Experten schlagen vor: Sengis. Damit wäre erstens die irreführende Spitzmaus verdrängt, zweitens kommt das Wort aus dem Swahili, also aus einer Sprache, die in der Heimat der Tiere weit verbreitet ist. Der Name wäre somit biologisch und politisch korrekt.

Besondere Merkmale der Elefantenspitzmaus

  • Richtungsweisend: Die empfindlichen Nasenlöcher sitzen an der Spitze des Rüssels, den das Tier sehr schnell bewegen kann.

  • Leckmittel: Ameisen und Termiten werden mit der klebrigen Zunge fixiert und ins Maul befördert.

  • Duftmarker: Im Brustbereich und in der Schwanzspitze sitzen Duftdrüsen. Mit dem abgesonderten Sekret markieren die Tiere ihr Revier.

  • Schlanker Fuß: Die Vorderbeine sind kürzer als die hinteren. Flink sind alle vier: Bei Messungen wurden Sprints bis zu 28 km/h nachgewiesen.

  • Reservetank: Die Tiere leben in wüstenartigen Landstrichen. Für Trockenzeiten speichern sie Wasser in ihren Nieren.

  • Trampeltier: Um Eindringlinge zu vertreiben oder Weibchen zu locken, trommeln die Tiere mit den Hinterbeinen auf den Boden. Jede der elf Arten hat ihren eigenen Rhythmus.

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Übersicht Elefantenspitzmaus – Elephantulus rozeti

IUCN*-Status

nicht gefährdet

Überordnung

Frotheria

Ordnung

Rüsselspringer (Macroscelidea)

Gattung

Elefantenspitzmäuse (Elephantulus)

Art

Nordafrikanische Elefantenspitzmaus (Elephantulus rozeti)

* International Union for Conservation of Nature

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