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Eine Minute zum Thema Permafrost

Wo Permafrost auf dem Globus existiert, wie er funktioniert und wie angreifbar ihn seine Sensibilität macht.
Text: Robert Sperl, Fotos: Florian Bachmeier / 1 Min. Lesezeit
Permafrost Sibirien Tauen Treibhauseffekt Foto: Florian Bachmeier
Schmelzender Permafrost in Sibirien. Die Erderwärmung bricht den eisigen Schutzpanzer der Landschaft auf, mit fatalen Folgen für das Klima..
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Permafrost heißen Böden, die mindestens zwei Jahre lang eine Temperatur von null Grad Celsius oder darunter haben. Entstanden sind sie vor rund 11.000 Jahren, als die letzte Eiszeit endete.

Die Permafrostböden (reicht maximal 1500 Meter tief) setzen sich aus drei Schichten zusammen: dem von Tages- und Jahreszeit beeinflussten und durchaus fruchtbaren Auftauboden (Active Layer) an der Oberfläche, dem Dauerfrostboden (mit einer thermoaktiven und einer isothermischen Schicht) und dem Niefrostboden (überschreitet durch die geothermische Energie aus dem Erdinneren wieder die Null-Grad-Grenze).

Wie wichtig Permafrost für uns ist, hat die Wissenschaft längst erkannt: Erderwärmung durch Klimaveränderung lässt Permafrost weltweit auftauen. Was in den alpinen Zonen Steinschlag, Hangrutschungen und Muren auslöst, führt in den arktischen Zonen von Alaska, Kanada, Grönland und Russland zu wesentlich krasseren Veränderungen der Landschaft. Und: Je mehr Permafrost verschwindet, desto schneller dieser Vorgang der Zerstörung. Die unangenehmen Folgen: Der im Permafrost gebundene organische Kohlenstoff gelangt als klimaaktives Gas (Kohlendioxid und Methan) in die Atmosphäre und verstärkt dort den Treibhauseffekt.

Die schieren Zahlen zeigen, dass unsere Welt sich gleichsam noch im Stadium einer Eiszeit befindet. Die gesamte Landfläche beträgt 149 Mio. Quadratkilometer. 22,8 Millionen Quadratkilometer davon sind Permafrost, die vor allem in Alaska, Kanada, Grönland und Russland vorkommen: Das sind 17 Prozent der weltweiten Landfläche. Auf der Nordhalbkugel besteht rund ein Viertel des Bodens aus Permafrost.

Auf der südlichen Erdhalbkugel gibt es Permafrostböden, außer in der Gebirgsregion der Anden, noch auf knapp 50.000 Quadratkilometern im gletscherfreien Teil der Antarktis. Permafrost hat deshalb eine geringe Ausdehnung, weil nur knapp ein Prozent der dortigen Landmasse eisfrei ist.

Rund 6,6 Millionen Quadratkilometer und damit ein Viertel des Permafrosts sind bei einer Erderwärmung um 2 °C gefährdet. Insgesamt bindet Permafrost 1,7 Biillionen Tonnen Kohlenstoff – doppelt so viel, wie die Atmosphäre der Erde momentan enthält.

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