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Hoffnung für Afrikas Wildtiere: „Prints for Wildlife“

Die Coronapandemie hat auch die afrikanischen Schutzgebiete stark getroffen, die Kampagne „Prints for Wildlife“ will eine Million Dollar für den Tierschutz sammeln. Terra Mater hat die Initiatorin und Wildtierfotografin Marion Payr zum Interview gebeten.
Text: Redaktion / 3 Min. Lesezeit
prints for wildlife löwen afrika Foto: Pie Aerts
Löwenliebe im Masai Mara, Kenya
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Terra Mater: „In drei Sätzen, was ist Prints for Wildlife?“

Marion Payr: „Prints for Wildlife ist ein limitierter Fotoprint-Sale, der von 11. Juli bis 11. August 2021 für den guten Zweck ins Leben gerufen wurde. Über 150 Fotograf*innen aus der ganzen Welt stellen ihre besten Wildtier-Fotos zur Verfügung, die als hochwertige Fotodrucke verkauft werden. Der gesamte Erlös wird an African Parks gespendet.“

„Warum braucht es dieses Projekt überhaupt?“

„Durch COVID-19 ist der Safari-Tourismus fast vollständig zum Stillstand gekommen. Was dabei wenige wissen: Nicht nur die Tourismusbranche leidet darunter, sondern auch der Tierschutz und die lokalen Communities in und rund um Naturschutzgebiete in Afrika. Wilderei und andere illegale Aktivitäten in diesen Schutzzonen steigen und die Gefahr besteht, dass der Tierschutz um Dekaden zurückgeworfen wird. Hier greift Prints for Wildlife ein: Wenn man schon nicht nach Afrika reisen kann, so kann man sich mit einem außergewöhnlichen Fotoprint ein Stück Afrika nach Hause holen - und gleichzeitig 19 Parks in 11 afrikanischen Ländern unterstützen, die von African Parks verwaltet werden.“

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Prints for Wildlife: Fotos von Tami Walker, Will Burrard Lucas, Baverly Joubert

„Wie seid ihr auf die Idee gekommen?“

„Pie Aerts und ich haben letztes Jahr nicht nur unsere Jobs als Fotografen verloren, sondern festgestellt, dass online stark darüber berichtet wurde, wie gut es den Tieren jetzt geht – jetzt, wo keine Menschen sie stören würden. Medial wurde über Define in Venedigs Lagunen und Hirsche in Österreichs Straßen berichtet, aber die verheerende Situation in Afrikas Parks wurde kaum beleuchtet. Genauso wenig wie die Schicksale der Menschen, die in diesen Ländern vom Tourismus direkt oder indirekt abhängen. Da kam uns die Idee einen Fundraiser ins Leben zu rufen - und was liegt da näher als es über den Verkauf von Fotoprints auch noch mit unserer Leidenschaft zu verknüpfen!“

Prints for Wildlife: Fotos von Jono Allen, Marion Payr, Bjorn Persson

„Was passiert mit meinem Geld, wenn ich einen Print erwerbe, wo fließt es hin?“

„100% der Erlöse (nach Abzug der Druckkosten und Handling) gehen direkt an African Parks, die wir spezifisch als Partner ausgewählt haben. Für uns war wichtig möglichst großflächig in verschiedensten besonders betroffenen Regionen Afrikas einen positiven Impact zu generieren. Außerdem wollten wir natürlich einen Partner wählen, dem wir vertrauen, dass das Geld auch richtig verwendet wird. African Parks ist für uns die erste Wahl gewesen.“

„African Parks ist eine gemeinnützige Umwelt- und Artenschutzorganisation, die die gesamte Verantwortung für die Rehabilitation und das langfristige Management von Nationalparks und anderen Schutzgebieten in Partnerschaft mit Regierungen und lokalen Gemeinden übernimmt. African Parks verwaltet über 14,2 Millionen Hektar der ökologisch vielfältigsten Schutzgebiete in Afrika und stellt sicher, dass sie Menschen und Tieren zugute kommen.“

prints for wildlife rhino Foto: Brendon Jennings
Foto: Brendon Jennings

„Wie habt ihr die teilnehmenden Fotograf*innen ausgewählt?“

„Letztes Jahr haben wir ehrlich gesagt einfach angefangen Fotograf*innen anzuschreiben, die wir kannten und unser persönliches Netzwerk genutzt. Dann hat Prints for Wildlife an Fahrt aufgenommen und eine Eigendynamik bekommen, die wir nicht erwartet haben! Wir haben letztes Jahr so unfassbar viele Zuschriften bekommen, dass wir irgendwann gar nicht mehr nachgekommen sind. Daher haben wir dieses Jahr beschlossen uns einem ganz besonders wichtigen Thema zu widmen: Inklusion und Gleichberechtigung in der Wildtier-Fotografie. Die Branche ist leider besonders unausgewogen - sowohl was die Herkunftsländer als auch das Geschlecht betrifft - es gibt also viel zu bewegen. Daher haben wir im Mai 2021 einen großen Open Call ausgeschrieben und über 1,300 Fotos wurden eingereicht. Wir freuen uns, dass wir so einige tolle, neue Talente aus Afrika entdecken konnten und besonders auch, dass von den 7 Gewinnern 5 weibliche Fotografinnen sind!“

„Was wünschst du dir für die Zukunft des Projektes?“

„Unser großes Ziel für den Fundraiser, der von 11.7.-11.8. läuft, ist 1 Million Dollar Spenden zu erlösen. Das heißt konkret: Wir müssten 10.000 Prints zu je 100 Dollar verkaufen. Letztes Jahr haben wir 6.500 Prints verkauft - also das ist auf jeden Fall ein ambitioniertes Ziel, aber wir glauben daran, dass viele Menschen den guten Zweck unterstützen wollen und auch dieses Jahr wieder die Chance nutzen einige der besten Wildtier-Fotos der Welt für ihre Wände Zuhause (oder als Geschenk) zu ergattern.“

„Langfristig wünschen wir uns, dass der Safari-Tourismus wieder zurückkommt - und zwar auf möglichst nachhaltige Art und Weise, so dass der Impact auf die Schutzgebiete wirklich positiv ist. Und dann wünschen wir uns, dass die Wildtier-Fotografie inklusiver und gleichberechtigter wird, dass mehr Vielfalt sichtbar wird und auch mehr Frauen und lokale Talente die Chance bekommen auf der internationalen Bühne mitzuspielen!“

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